Über uns

Rund 15'000 Kilometer Schweizer Fliessgewässer sind in schlechtem ökologischen Zustand – ein Viertel des gesamten Netzes. Das Gewässerschutzgesetz verpflichtet die Kantone seit 2011, diese zu revitalisieren und dafür eine Planung vorzulegen. Die erste Runde musste bis Ende 2014 verabschiedet sein. Und dann steht im Vollzug ein Satz, an dem ich hängen geblieben bin: Die Planung sei alle 12 Jahre zu erneuern.

Ein Bericht von Daniel Vischer über die Schweizer Flusskorrektionen im 18. und 19. Jahrhundert hat mich beeindruckt: Die Begradigung unserer Flüsse war keine rücksichtslose Zerstörung. Sie war eine Antwort auf reale Probleme – Hochwasser, Malaria in den Sumpfgebieten, fehlendes Ackerland für eine wachsende Bevölkerung. Menschen haben mit dem gebaut, was sie damals wussten und brauchten.

Das hat meine Haltung verändert. Diese Kampagne ist kein Vorwurf an die Vergangenheit. Sie ist eine Frage an die Gegenwart: Wir wissen heute, was diese Eingriffe kosten – ökologisch. Wir haben heute andere Werkzeuge, anderes Wissen, andere Möglichkeiten. Die Frage ist nicht, ob unsere Vorfahren falsch gehandelt haben. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, beim Alten zu bleiben, obwohl wir es heute besser wissen.

Irgendwann habe ich aufgehört zu warten, dass das jemand anderes anpackt.

Diese Website ist nicht das Projekt eines grossen Verbands, keiner Behörde, keiner Agentur. Sie ist entstanden, weil ich nicht mehr zusehen wollte, wie eines der dringendsten Umweltthemen der Schweiz zwischen kantonalen Zuständigkeiten und stillen Fristen verschwindet. Aus dieser Überzeugung ist mehr geworden als eine Meinung: Eine Plattform, die öffentlich zugängliche Daten dort sichtbar macht, wo sie es sonst nicht sind. Und ein Aufruf – an Bürgerinnen und Bürger, an Verwaltungen, an Ingenieurbüros, an Organisationen, die längst am gleichen Ziel arbeiten. Nur oft nebeneinander statt miteinander.

Unabhängig, aber nicht allein

Diese Kampagne vertritt keine Partei und keinen Verband. Was sie vertritt, ist das Gesetz, das längst existiert – und das Wasser, das noch immer darauf wartet, ihr Potenzial voll zu entfalten. Die Map und die darauf dargestellten Daten auf dieser Seite stammen aus offiziell publizierten kantonalen und nationalen Datenquellen: nachvollziehbar, überprüfbar, unbequem, wo es unbequem sein muss.

Warum wir Partner suchen

Eine Person kann eine Frage stellen. Einen Fluss verändert man nur gemeinsam – mit Organisationen, die seit Jahren für den Gewässerschutz kämpfen. Mit Ingenieurbüros, die Revitalisierungen planen und bauen. Mit Behörden, die den politischen Rückenwind brauchen, um zu handeln. Und mit Menschen, die bereit sind, ihre Kantonsregierung einfach mal zu fragen: Wo steht ihr eigentlich?

Wenn deine Organisation Wasser genauso ernst nimmt wie wir: Werde Partnerin dieser Kampagne. Wenn du Revitalisierungen plant oder baust: Lass uns das nächste Projekt zusammenbringen. Und willst du einfach nur wissen, was in deinem Kanton passiert – dann bist du hier ohnehin richtig.

Das Ziel

Kein Bach ist gerade, weil die Natur das so wollte. Er wurde begradigt, weil es einmal praktisch schien. Es ist Zeit, das rückgängig zu machen – Abschnitt für Abschnitt, Kanton für Kanton, bis Wasser in der Schweiz wieder das tun darf, was es am besten kann: mäandern.

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