Schweizer Gewässer · Gestern und Morgen
Letzte Chance 2026:
Sag deinem Regierungsrat, dass dir lebendige Gewässer wichtig sind:
Musterbrief herunterladenWas haben wir unseren Flüssen angetan?
In weniger als 200 Jahren haben wir Tausende Kilometer Fliessgewässer begradigt und ihrer Dynamik beraubt. Jetzt ist es höchste Zeit, ihnen wieder Raum zu geben.
Letzte Chance 2026:
Sag deinem Regierungsrat, dass dir lebendige Gewässer wichtig sind:
Musterbrief herunterladenDie Geschichte
Wie wir unseren Flüssen
die Freiheit nahmen
«Im 19. Jahrhundert war man stolz darauf, die Flüsse
in die Schranken gewiesen und die wilde Natur gebändigt zu haben.»SRF Einstein · «Wie die Schweiz ihre Flüsse und Bäche bändigte»Schweiz · ab 1850Flüsse traten über die Ufer. Sümpfe bildeten sich — mit ihnen breitete sich Malaria aus. Der Eingriff in die Flüsse war nicht Gier, sondern Not. Doch wenige verstanden das Ausmass des Biodiversitätsverlust.
Verbreiterungs- und Vertiefungsarbeiten im Rahmen der 2. Juragewässerkorrektion. Unten Mitte, links vom Broyekanal: Neuhof, rechts der bewaldete Hügel: Mont Vully, Mitte bis oben links, mit spitzem Winkel auf den Betrachter zulaufend: der sogenannte Staatswald, Mitte links an die Broye reichend: noch einmal ein Staatswald, Hügelzug im Hintergrund: Frienisberg
Schweiz · ab 1850Verbreiterungs- und Vertiefungsarbeiten im Rahmen der 2. Juragewässerkorrektion. Unten Mitte, links vom Broyekanal: Neuhof, rechts der bewaldete Hügel: Mont Vully, Mitte bis oben links, mit spitzem Winkel auf den Betrachter zulaufend: der sogenannte Staatswald, Mitte links an die Broye reichend: noch einmal ein Staatswald, Hügelzug im Hintergrund: Frienisberg
Warum?
Die Abholzung führte dazu, dass Unmengen an Geröll in die Täler gespült wurden. Flussbetten stiegen an, Flüsse traten über die Ufer, es bildeten sich Sümpfe – und mit ihnen breitete sich Malaria aus. Die Begradigung war keine Gier, sondern eine Frage des Überlebens. Hochwasserschutz, Landgewinnung und die Bekämpfung von Malaria waren die Triebkräfte einer landesweiten Ingenieursleistung.
Was geschah
Tausende Kilometer Flüsse wurden in gerade Kanäle geleitet. Die Jurabewässerung verwandelte ein Malariasumpfgebiet in einen Gemüsegarten. Die Ingenieure wurden gefeiert.
Der Preis
Mäander wurden beseitigt. Auen wurden trockengelegt. Der dynamische Flusskorridor – Lebensraum für 40 % der Schweizer Arten – begann zu verschwinden.
Die Begradigung der Schweizer Flüsse war kein Akt der Gleichgültigkeit. Nach den Maßstäben jener Zeit war sie vernünftig – ja sogar heroisch. Malaria forderte im Schweizer Flachland zahlreiche Todesopfer. Überschwemmungen zerstörten Bauernhöfe und Dörfer. Ingenieure, bewaffnet mit Schaufeln und Dynamit, taten, was die Zeit von ihnen verlangte: Sie zähmten das Wasser.
Das Tragische daran war nicht die Absicht, sondern das Ausmaß der kumulativen Auswirkungen. Fluss für Fluss, Jahrzehnt für Jahrzehnt hat die Schweiz eines der reichsten Auenökosysteme Europas zerstört – nicht durch einen einzigen Akt der Zerstörung, sondern durch zehntausend kleine bauliche Entscheidungen, die jeweils völlig vernünftig erschienen. Als der Schaden sichtbar wurde, waren die meisten Flüsse bereits verschwunden.

Fallbeispiel · Thur Frauenfeld
Die Thur: Es funktioniert!
22 Kilometer Fliessgewässer. 30 Jahre Arbeit. Ein Fluss, der wieder atmet — und beweist, was möglich ist.
Nachher — Thur Frauenfeld
Vorher — Thur Frauenfeld
Bildmaterial: www.lebendigethur.ch / Thur · Frauenfeld
Was zurückgekehrt ist
Uferschwalbe
Riparia Riparia
Uferschwalbe
Koloniebrüter, die ihre Brutröhren mit Schnabel und Krallen in sandige oder lehmige Steilwände grabenWikimedia Commons / CC BY-SA
Bachneunauge
Lampetra planeri
Köcherfliege
Brachycentrus subnubilus
Köcherfliege
War ausgestorben. Weitere 18 Rote-Liste-Arten und 15 National Prioritäre Arten wurden gesichtetHallvard Elven / CC BY
Tippen für Details — alle Arten seit Projektabschluss 2017 dokumentiert
Fischarten in der Thur zwischen Eggrank und der Mündung
inkl. anspruchsvoller Kieslaicher wie Nase und Barbe
an einer Stelle bereits um über 40 Meter seitwärts verlagert seit 2017
schafft ständig neuen Lebensraum (Kiesbänke, Pionierflächen)
Arten Wasserinsekten
(Eintags-, Stein-, Köcherfliegen), davon 18 Rote-Liste-Arten und 15 National Prioritäre Arten
Die Thur ist kein Einzelfall. Sie ist ein Modell — replizierbar, finanzierbar, beweisbar. Was das für deinen Fluss bedeutet →
Das Potenzial
Stell dir vor, du siehst Libellen tanzen.
Nicht in einem Naturschutzgebiet. Nicht hinter einem Zaun. Sondern am Ufer des Flusses, der durch deine Ortschaft fliesst — jenem Fluss, der heute zwischen Betonwänden eingeklemmt, begradigt, still ist.
Das ist keine Utopie. Es ist Ökologie. Und sie wartet bereits darauf, zurückzukehren.
Natürlicher Hochwasserschutz
Intakte Auen reduzieren Hochwasserspitzen, die sonst Schäden in Millionenhöhe verursachen würden.
Sauberes Grundwasser
Ein renaturierter Uferstreifen von 30 m kann die Nitratbelastung eines Baches um bis zu 80 % reduzieren.
Erholungsraum für Menschen
Renaturierte Abschnitte werden zu Orten, an die Menschen zurückkehren wollen — zum Schwimmen, Spazieren, Innehalten.
Was dafür geschehen muss
Politischer Wille auf Kantonsebene
Die Kantone sind verantwortlich für die strategischen Revitalisierungsplanungen. Wo Gemeinden und Bürgerinnen Druck ausüben, entstehen Prioritäten. Wo geschwiegen wird, passiert nichts.
Technisches Wissen
Renaturierung ist eine Ingenieursaufgabe — komplex, kostspielig und lohnenswert. Firmen wie Bänziger Kocher Ingenieure AG haben das Fachwissen. Was fehlt, sind mehr wertvolle Aufträge.
Gesellschaftliche Nachfrage
Das ist deine Rolle. Kein Kanton investiert in das, was niemand einfordert. Die Thur entstand, weil Menschen es wollten — und weil jemand den Prozess in Gang gesetzt hat.
Welcher Fluss fliesst durch deine Region — und was könnte er werden?
Nationale Übersicht
Deine Region. Dein Fluss.
Das Gewässerschutzgesetz verpflichtet alle Kantone, strategische Revitalisierungsplanungen zu erstellen — Für die Revitalisierung der Fliessgewässer müssen die Kantone diese bis Ende 2026 verabschieden — Das ist unser Zeitfenser.
Oben links kannst du die Karte vergrössern. Rechts findest du die Legende zu den Daten und kannst einzelne Datensätze ein- oder ausblenden. In der Fachansicht stehen dir zusätzliche Datenebenen zur Auswahl.
Kartendaten: swisstopo · BAFU Revitalisierungsplanungen 2024 · WMS geo.admin.ch
Was Du tun kannst
Drei Wege, jetzt zu handeln
Renaturierung braucht Druck von unten und Kompetenz von oben gleichzeitig. Hier ist deine konkrete Rolle — egal wer du bist.
Als Bürger:in
Schreibe deiner Kantonsregierung
Die Kantone sind verantwortlich für die Revitalisierungsplanungen. Eine direkte Anfrage von Bürgerinnen hat Gewicht — besonders vor dem Planungsupdate 2036.
Fertig in 10 Minuten. Wir liefern den Text, Du den Namen.
Als Organisation oder NGO
Werde Kampagnenpartner*in
Füge dein Logo und deine Stimme zur Bewegung hinzu. Wir stelle dir das Kampagnenmaterial zur Verfügung — Sie bringen das Netzwerk.
WWF, Pro Natura, Fischereiverbände — alle willkommen.
Partnerschaft anfragenAls Ingenieur:in oder Gemeinde
Plane das nächste Projekt
Das Modell Thur ist replizierbar. Die Geodaten der kantonalen Planungen sind öffentlich. Was fehlt, ist jemand, der den Prozess anstösst.
Wir verbinde dich mit den richtigen Ingenieur- und Planungsbüros.
Kontakt aufnehmenDie kantonalen Revitalisierungsplanungen werden Ende 2026 aktualisiert. Das ist die Möglichkeit, zu zeigen, dass uns das Thema am Herzen liegt.









